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Die Haupt- und die Realschule in Olsberg wachsen zusammen - und dafür gibt es jetzt sogar einen „Fahrplan“: Einstimmig gab der Ausschuss Bildung, Sport Freizeit der Stadt Olsberg jetzt „grünes Licht“ für den Zeitplan der Stadtverwaltung, der die beiden Bildungsstätten zum Schuljahr 2012/13 in eine neue Schulform führen soll. Die Entscheidung, ob das dann eine Verbund- oder eine Gemeinschaftsschule sein wird, soll voraussichtlich im Herbst dieses Jahres fallen.
Bis dahin will die Stadt Olsberg ihre Bürgerinnen und Bürger, vor allem aber die Eltern über die beiden Schulformen informieren und nach ihrer Meinung für die richtige Zukunft des Schulstandorts Olsberg befragen. Bürgermeister Wolfgang Fischer: „Eine erfolgreiche Schulpolitik kann nur im Konsens mit allen Beteiligten gemacht werden.“ Und dazu gehörten neben den Bürgerinnen und Bürgern auch die Lehrerkollegien beider Schulen.
Zuvor informierten Jochen Rüther und Alfred Aßmann, Hauptschuldezernent der Bezirksregierung Arnsberg, die Ausschussmitglieder über die Besonderheiten der beiden Schulformen. Bei der Verbundschule bleiben die einzelnen Bildungsgänge von Haupt- und Realschule mit getrennten Lehrplänen erhalten. Allerdings: Die beiden Ausbildungsgänge arbeiten sehr eng im Wahlpflicht- und musischen Bereich sowie bei den freiwilligen AGs zusammen. Aßmann: „Die Kinder gehen ihren Weg in großen Teilen gemeinsam, in den wesentlichen Fächern aber getrennt.“
Zu Beginn der Schullaufbahn absolvieren die Kinder in der 5. und 6. Klasse eine gemeinsame Erprobungsstufe. Allerdings: In der jeweiligen Schulform muss es pro Jahrgang mindestens eine Klasse geben - das heißt, dass sich mindestens 18 Kinder auch für den Hauptschulzweig anmelden müssen. „In einer Verbundschule wird ein Hauptschulzweig wesentlich eher akzeptiert als eine alleinige Hauptschule“, weiß Alfred Aßmann - Grund sei die hohe Durchlässigkeit hin zum Realschulzweig. Bei der Gemeinschaftsschule, die zurzeit in NRW als Schulversuch eingeführt wird, steht dagegen das gemeinsame Lernen aller Kinder im Mittelpunkt. Hier können von der Hauptschul- bis zur Gymnasialempfehlung alle Kinder angemeldet werden.
„Der Unterricht wird so aufbereitet, dass er allen Kindern gerecht wird“, so Aßmann. Organisatorisch gelten die Regeln des Gymnasiums. Wichtig: Für eine Gemeinschaftsschule ist als Kooperationspartner ein Gymnasium oder eine Berufsschule, an der die Allgemeine Hochschulreife erreicht werden kann, notwendig. Grundsätzlich sei der gebundene Ganztagsunterricht an einer Gemeinschaftsschule die Regel. Allerdings: Ähnlich wie bei den gymnasialen Standards gebe das Kultusministerium die Richtlinie vor, den Kommunen in ihrer jeweiligen Situation entgegenzukommen. Vieles sei bei der Gemeinschaftsschule noch in der Entwicklung begriffen, erläuterte Alfred Assmann - aber darin liege auch eine Chance: „Vieles kann von den Kollegien so selbst gestaltet werden.“
Bürgerversammlung am 23. Februar
Die Modelle von Verbund- und Gemeinschaftsschule will die Stadt Olsberg die Eltern der Dritt- und Viertklässler nun Ende Januar in einer Informationsveranstaltung vorstellen. Eine Information für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger folgt dann am 23. Februar gemeinsam mit unabhängigen Fachleuten im Haus des Gastes.
Nach den Sommerferien sollen dann die Eltern der Dritt- und Viertklässler zu ihrer Meinung über die neue Schulform befragt werden, bevor dann voraussichtlich im Herbst der Stadtrat eine endgültige Entscheidung zur gemeinsamen Zukunft von Haupt- und Realschule trifft. An der arbeiten die beiden Schulen übrigens bereits jetzt, wie Ingelore Kügler und Michael Aufmkolk, Schulleiter von Haupt- und Realschule, den Ausschussmitgliedern klarmachten. Man habe eine ganze Reihe an Feldern für eine Zusammenarbeit ausgemacht - bereits im neuen Schulhalbjahr soll es mit einer gemeinsamen Übermittagsbetreuung losgehen. Und die beiden Lehrerkollegien bereiten sich im Februar mit einer gemeinsamen pädagogischen Konferenz auf das Zusammenwachsen vor. Es sei wichtig, bei diesem Prozess alle Beteiligten mit ins Boot zu nehmen, unterstrich Bürgermeister Wolfgang Fischer. Schulpolitik sei eine Sache für die Region: „Leider haben sich unsere Nachbarkommunen, die aus meiner Sicht auch zu den Beteiligten gehören, bereits aus diesem Konsens verabschiedet.“
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