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Vom Kirchhof zum Friedhof: Tag des Offenen Denkmals

Heinz Lettermann (r.) trug interessante Informationen über den Friedhof vor. Im Hintergrund (v.r.): Dieter Frigger, Heimatbund-Vorsitzende Ulla Balkenhol und Bürgermeister Wolfgang Fischer. Foto: bigge-onlineAm Tag des Offenen Denkmals stand auf Anregung des Olsberg Heimatbundes am Sonntag, 11. September 2011, der Bigger Friedhof im Mittelpunkt. Heinz Lettermann führte zu diesem Anlass Heimatfreunde und geschichtlich Interessierte über das Areal, das 1820 auf dem sogenannten „Ramecker Böhl“, einem kircheneigenen Gelände der St. Martinus-Gemeinde, angelegt wurde.

„Früher befand sich unser Friedhof an der Bigger Martinuskirche und wurde Kirchhof genannt“, wusste der Chronist zu berichten. Der Friedhof gehörte zum sogenannten „Kirchspiel“ von Bigge, Olsberg, Helmeringhausen, Antfeld und Elleringhausen.
Die von Wendt'sche Kapelle konnte auch von innen besichtigt werden. Foto: bigge-online
Im weiteren Verlauf erfuhren die Teilnehmer viel über die Geschichte des Friedhofs mit seinen markanten Gebäuden, der 1863 errichteten von Wendt’schen Kapelle und der Marienkapelle aus dem Jahr 1776. In den Jahren 1966/1967 wurde die Leichenhalle errichtet. „Die Friedhofskultur ist eng verbunden mit der Kultur des Sich-Erinnerns“, stellte Heinz Lettermann fest.

Viele Teilnehmer folgten den Worten und den Führungen von Heinz Lettermann. Foto: bigge-onlineAuf dem Bigger Friedhof gibt es viele Gedenk- und Erinnerungsstätten. So befindet sich hier der Ehrenfriedhof für die Verstorbenen der Weltkriege. Auf Sandsteinblöcken sind die Namen aller Opfer des 1. Weltkriegs eingraviert. Unter schlichten Steinkreuzen befinden sich die Grabstätten aller Soldaten, die in Lazaretten in Bigge und Olsberg starben und die Einwohner, die bei dem Artilleriebeschuss am Kriegsende im Turm der Bigger Kirche ums Leben kamen. 1995 wurden bronzene Gedenktafeln eingeweiht, die mahnend die Namen aller 38 jüdischen Bürger der ehemaligen Synagogengemeinde Bigge, die durch das NS-Regime verschleppt und ermordet wurden, tragen. Auch erinnert eine Gedenktafel in kyrillischer Schrift an das Schicksal von acht russischen Kriegsgefangenen, die ihre letzte Ruhestätte auf dem Friedhof gefunden haben.

Dieter Frigger zeigte das Beerdigungsverzeichnis. Foto: bigge-onlineIm Anschluss an den interessanten, von Heinz Lettermann mit vielen Details und auch nachdenklichen Worten gestalteten Rundgang standen die Friedhofsgärtner Alfons und Dieter Frigger für Fragen und Erklärungen bereit und stellten als historisches Dokument das Verzeichnis vor, in dem alle Beerdigungen auf dem Bigger Friedhof vermerkt sind. Zudem konnten noch die von Wendt’sche Kapelle und die Erbgruft besichtigt werden.

 
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