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Es gehe, so brachte es ein Einwohner auf den Punkt, „um eine vernünftige Infrastruktur“ für Helmeringhausen: „Auch die jungen Menschen haben ein Recht, hier eine gute Mobilfunkversorgung vorzufinden.“ In nächster Zeit dürfte sich in dieser Hinsicht etwas tun im „schönsten Ort am Ende der Welt“ - und ebenso bei der Gas- und Stromversorgung. Dies war jetzt Thema einer - gut besuchten - Bürgerversammlung, die corona-konform unter der Leitung von Ortsvorsteher Winfried Henke in der Schützenhalle stattfand. Der Anlass: Ebenso wie auch Heinrichsdorf und Bruchhausen hatte sich in einer Bewerbung der Stadt Olsberg der Standort Helmeringhausen bei der Aktion „Wir jagen Funklöcher“ der Telekom durchgesetzt: Um die - bislang dürftige - Mobilfunkversorgung im Ort zu verbessern, möchte die Telekom einen Mobilfunkmasten für Helmeringhausen errichten.


Was insbesondere bei den Jüngeren für große Zustimmung sorgte, führte bei einigen Bürgerinnen und Bürgern für Kritik - zumindest, was den geplanten Standort am Dorfgemeinschaftshaus anging: Der rund 20 Meter hohe Mast an dieser Stelle sei ein zu starker Eingriff ins Ortsbild. Gemeinsam hatten die Stadtverwaltung und Ortsvorsteher Henke deshalb die Dorfgemeinschaft eingeladen, Alternativvorschläge zu machen - ein Angebot, das regen Anklang fand. In der Folge wurden die Standorte gemeinsam mit der Telekom und der zuständigen Tochtergesellschaft Deutsche Funkturm GmbH auf eine Machbarkeit geprüft.

Die Ergebnisse gab es nun in der Einwohnerversammlung: Viele Standorte sind aber aus sende- oder anderen technischen Gründen für einen Mobilfunkmasten wenig geeignet, erläuterte Frank Weinbrenner von der Telekom. Ausnahme: Der Kurvenbereich „Am Stein“ oberhalb des Steinwegs. Die Versorgung des Ortes sei von hier aus gut möglich, es handele sich um eine kommunale Liegenschaft und auch die nötige Richtfunkverbindung zum Umsetzer Langer Berg sei machbar. Hier könnte ein Beton- oder Metallgittermast mit einer Gesamthöhe von 25 Metern errichtet werden, so Ralf Panske von der Deutsche Funkturm GmbH: „Ein solcher Mast wirkt relativ schlank.“

Jeder Standort werde von der Bundesnetzagentur geprüft und eine so genannte „Standortbescheinigung“ erstellt, erläuterte Frank Weinbrenner das weitere Verfahren. Neben der technischen Eignung gehe es dabei auch um Sicherheits- und Strahlungsaspekte. Vereinzelt gab es besorgte Fragen zur künftigen 5G-Technologie - die eigentlich so neu nicht sei, wie Frank Weinbrenner erläuterte: Die dazu erforderlichen Frequenzen werden bereits seit vielen Jahren durch die jetzigen Systeme genutzt - Sorgen vor eventuellen „Langzeitfolgen“ seien nicht begründet.

3/4-Mehrheit für Standort "Am Stein"

Bei einer Abstimmung zum neuen Standort stellte Ortsvorsteher Winfried Henke eine Dreiviertel-Mehrheit für den Standort „Am Stein“ fest. In einem nächsten Schritt soll nun der Standort näher untersucht werden, um anschließend die baurechtlichen Voraussetzungen für das Projekt zu schaffen. Gerüchte, dass es bereits für den Standort am Dorfgemeinschaftshaus eine Baugenehmigung gegeben habe, seien ohne jede Grundlage, unterstrich Bürgermeister Wolfgang Fischer.

Kein Gerücht ist dagegen, dass sich auch bei anderer Infrastruktur für Helmeringhausen etwas tut: In der kommenden Woche beginnen auf Veranlassung des heimischen Kommunalunternehmens HochsauerlandEnergie GmbH (HE) Arbeiten, um eine Erdgasleitung nach Helmeringhausen zu verlegen, so Bürgermeister Fischer. Noch in diesem Jahr werde die Leitung bis zum Ortsschild verlegt, im kommenden Jahr gehe es dann weiter in den Ort. Auch die Stromversorgung zum Ort werde erneuert.

Erdgas und Strom

Wolfgang Fischer teilte auch mit, dass er sich entschieden habe, im Zuge der Arbeiten ein Leerrohr nach Helmeringhausen verlegen zu lassen. Hier könnte künftig ein Glasfaserkabel untergebracht werden, das dann „schnelles Internet“ nach Helmeringhausen bringt - und perspektivisch auch zum Mobilfunkmasten. Wann das passieren soll, sei allerdings noch nicht bekannt. Wolfgang Fischer: „Es könnte aus unserer Sicht das Projekt für die Telekom wirtschaftlicher machen und möglicherweise beschleunigen.“ Eine Botschaft, die Telekom-Kommunalbeauftragter Frank Weinbrenner gern mitnahm: „Wenn man miteinander redet, wird vieles möglich.“